Türchen 12

12. Dezember: Kinder-Special

Pana, hgrj oyz Ckontginzkt!

Was soll das denn heißen? Diese Wörter ergeben keinen Sinn, wenn man versucht, sie zu lesen. Das liegt daran, dass der Satz verschlüsselt wurde.

Verschlüsseln ist wie das Benutzen von Geheimsprache. Nur der richtige Empfänger weiß, wie die Geheimsprache funktioniert, und kann die Botschaft lesen.

Beim Verschlüsseln benutzt man verschiedene Fachwörter: Es gibt den Klartext, das sind normale Wörter, die jeder lesen kann. Und es gibt den Geheimtext, das ist eine unverständliche Zeichenfolge, die durch das Verschlüsseln aus dem Klartext entsteht.

Verschlüsselung ist die Umwandlung von Klartext in Geheimtext. Dazu benutzt man einen Schlüssel. Den Rückweg nennt man Entschlüsselung.

Beispiel 1

Schon der römische Feldherr Cäsar hat vor mehr als 2000 Jahren Verschlüsselung benutzt, um im Krieg geheime Botschaften zu verschicken. Wenn seine Gegner eine Nachricht abgefangen hatten, konnten sie sie nicht lesen. Das war für Cäsar ein großer Vorteil!

Die Cäsar-Verschlüsselung funktioniert so: Alle Buchstaben werden zum Beispiel um 6 Stellen im Alphabet nach vorne verschoben. Also aus einem A wird ein G, aus einem B ein H, und so weiter.

Wir verschlüsseln den Text mit dem Schlüssel 6.

Aus Adventskalender wird Gjbktzyqgrktjkx .

Beispiel 2

Damit das Verschlüsseln einfacher und schneller geht, und man sich nicht so viele Buchstaben im Kopf merken muss, hat Cäsar ein Werkzeug erfunden. Wir nennen es heute die Cäsar-Scheibe.

Das sind zwei Kreise mit allen Buchstaben des Alphabets, die man gegeneinander drehen kann.

Und das kannst du heute ausprobieren!


Mit der Bastelvorlage und einer Musterklammer könnt ihr eure eigenen Cäsar-Scheiben bauen und geheime Nachrichten mit euren Freunden und Freundinnen austauschen. Der Empfänger braucht nur den Schlüssel, das heißt die Zahl, um wie viele Buchstaben ihr die Scheiben gegeneinander verschoben habt.

Und so soll die Scheibe aussehen:

Wenn ihr keine Musterklammer habt, geht auch ein Stück Draht oder Schnur. Die Kreise kann man auch selbst malen und ordentlich mit den Buchstaben beschriften, wenn ihr keinen Drucker zuhause habt.

Die roten Buchstaben außen sind für den verschlüsselten Geheimtext, die blauen Buchstaben sind der Klartext. Der grüne Pfeil zeigt den Schlüssel an. Ich habe die Scheibe auf den Schlüssel 6 aus unserem Beispiel eingestellt.

Bastelvorlage zum Ausdrucken herunterladen: hier klicken (PDF)


Aufgaben:

1. Kannst du jetzt den unverständlichen Satz vom Anfang Pana, hgrj oyz Ckontginzkt! entschlüsseln? Der Schlüssel ist 6.

2. Nun stellen wir den Schlüssel auf 14. Kannst du den Satz Ich freue mich auf die Weihnachtsferien! verschlüsseln?

3. Zum Knobeln: Welcher Schlüssel braucht man zum Entschlüsseln von diesem Geheimtext: Clyzjosblzzlsu pza avss? Wie lautet der Klartext?

4. Warum kann man die Cäsar-Verschlüsselung so leicht knacken?

Auflösung

Pana, hgrj oyz Ckontginzkt! heißt entschlüsselt Juhu, bald ist Weihnachten!

Ich freue mich auf die Weihnachtsferien! heißt verschlüsselt Wqv tfsis awqv oit rws Kswvboqvhgtsfwsb!

Der Schlüssel ist 7. Der Klartext ist: Verschluesseln ist toll

Es gibt verschiedene Gründe, warum die Cäsar-Verschlüsselung leicht zu knacken ist:

  • Es gibt nur 25 Möglichkeiten, was der Schlüssel sein kann, die man relativ schnell durchprobieren kann
  • Man kann nach Auffälligkeiten im Text suchen, zum Beispiel kurze Wörter mit nur 2 oder 3 Buchstaben, oder Wörter mit doppelten Buchstaben
  • In jeder Sprache kommen Buchstaben mit einer bestimmten durchschnittlichen Häufigkeit vor. Der häufigste Buchstabe im Deutschen ist das E. Man kann also zählen, welcher Buchstabe am häufigsten im Geheimtext vorkommt. Der entspricht dann wahrscheinlich dem E. Das klappt vor allem bei längeren Texten gut.

Bei der Cäsar-Verschlüsselung benutzt man zum Verschlüsseln und Entschlüsseln den gleichen Schlüssel. Das nennt man auch symmetrische Verschlüsselung. Der Schlüssel muss deswegen vom Absender der Nachricht zum Empfänger geschickt werden. Dabei kann der Schlüssel einfach von einer dritten Person abgefangen werden, die den Text dann auch entschlüsseln kann.

Deswegen benutzen wir heute, zum Beispiel beim Einkaufen im Internet oder zum Verschicken von E-Mails, viel kompliziertere Verschlüsselungsverfahren, die dafür aber sehr sicher sind.