27.10.2017

Freiheit und Verantwortung in den IT-Wissenschaften

Gemeinsamer Workshop von DFG, Leopoldina und TU Darmstadt

Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel eröffnete die Veranstaltung. Foto: Thomas Meinicke

Die Entwicklung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien hat gerade in den letzten zwei Jahrzehnten den Alltag stark verändert und damit bedeutsame gesellschaftliche, soziale und wissenschaftliche Auswirkungen. Mit dem Workshop „Freiheit und Verantwortung in den IT-Wissenschaften“ gab der gemeinsame Ausschuss von DFG und Leopoldina am 27. Oktober 2017 im Wissenschafts- und Kongresszentrum darmstadtium eine Plattform für die Diskussion zum verantwortlichen Umgang mit dual-use relevanter Forschung in den IT-Wissenschaften.

Die verantwortliche Gestaltung der Forschung im Angesicht der Abwägung des Nutzens neuer Entwicklungen von IT-Technologien gegenüber den erheblichen unmittelbaren Risiken stellt eine Herausforderung für die IT-Wissenschaften dar. Während der Nutzen etwa von Mobiltelefonen in der Regel auf der Hand liegt, ist ein möglicher Missbrauch, beispielsweise durch die Verletzung von Persönlichkeitsrechten oder durch neue Möglichkeiten der gezielten Beeinflussung von Konsumverhalten sowie der öffentlichen Meinungsbildung nicht immer unmittelbar ersichtlich.

Nach der Eröffnung durch Prof. Dr. Hans-Jürgen Prömel, Präsident der TU Darmstadt, gemeinsam mit Bärbel Friedrich und Frank Allgöwer vom Ausschuss zum Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung, beschäftigt sich deshalb auch der erste Veranstaltungsblock mit dem Nutzen und den potenziellen Risiken neuer IT-Technologien. In drei spannenden Vorträgen zur Robotik, Datenanalysen und der IT-Sicherheit wurde den Teilnehmern das Thema vermittelt. Dabei wurde klar: Für die IT-Wissenschaften ist die Abwägung des Nutzens neuer Ergebnisse für die Entwicklung von Technologien gegenüber deren möglichen unbeabsichtigten Missbrauchsrisiken eine große Herausforderung.

In einem zweiten Block wurden Ansätze für eine wertegeleitete IT-Forschung vorgestellt. Zunächst ging es um die Ethik in der Informationstechnologie, vorgestellt von Petra Grimm, Institut für Digitale Ethik (HdM, Stuttgart), danach stellte Judith Simon, Fachbereich Informatik (Universität Hamburg) die verschiedenen Aspekte von Wertentscheidungen in der IT-Forschung vor. Dabei wurden so wichtige Fragen gestellt, welche Verantwortung Forschungsförderer tragen, aber auch welchen Einfluss IT-Forscherinnen und -Forscher auf die mögliche missbräuchliche Verwendung ihrer Forschungsergebnisse haben.

Die abschließende Podiumsdiskussion drehte sich noch einmal um die Frage „Freiheit und Verantwortung in den IT-Wissenschaften – Wie gehen Forschende, die Politik und die Gesellschaft damit um?“. Wolf-Dieter Lukus (Bundesministerium für Bildung und Forschung), der Journalist Ingo Dachwitz (netzpolitik.org), Thomas Lengauer (MPI für Informatik, Saarbrücken) sowie Harald Schöning (software AG) brachten mit ihren unterschiedlichen Perspektiven interessante Argumente ein und rundeten so die Veranstaltung ab.

Der Ausschuss zum Umgang mit sicherheitsrelevanter Forschung plädiert dafür, etwaige Risiken zu minimieren, ohne aber die Freiheit der Forschung und deren Weiterentwicklung für friedliche Zwecke und damit zum Wohle der Gesellschaft unverhältnismäßig einzuschränken.

Text: Daniela Fleckenstein





SFB 1119 - Contact


CROSSING Retreat December 2017
13.12.2017 - 14.12.2017


Funded by

A A A | Drucken Print | Impressum Impressum | Sitemap Sitemap | Kontakt Contact | Website Analysis: More Information
zum Seitenanfangzum Seitenanfang