Blockchain in Echtzeit

2019/01/08

Blockchain in Echtzeit

Forscher um Prof. Sebastian Faust forschen zu sicheren Blockchain-Technologien

Blockchains versprechen großangelegte offene Internetanwendungen, die vollständig dezentral organisiert sind. Der Preis dafür ist eine zähe Geschwindigkeit bei jeder Transaktion, die von dem System verarbeitet wird. Professor Sebastian Faust, Kryptographie-Forscher an der TU Darmstadt, und sein Team erzielen weltweit Aufmerksamkeit mit ihren Ansätzen, Echtzeit-Transaktionen über Blockchains wie beispielsweise Ethereum zu ermöglichen.

Professor Sebastian Faust, Experte für Kryptografieverfahren. Bild: Katrin Binner
Professor Sebastian Faust, Experte für Kryptografieverfahren. Bild: Katrin Binner

Mit Kreditkarte geht das Bezahlen schnell: Sobald ein Kunde die Karte in ein Lesegerät steckt oder im Internet seine Daten eingegeben hat, ist die Zahlung in wenigen Sekunden erledigt. Eine zentral organisierte Firma wie Visa kann so in Stoßzeiten beispielsweise mehr als 50.000 Transaktionen pro Sekunde bewältigen. Bei Kryptowährungen wie Bitcoin, die dezentral über eine Blockchain abgewickelt werden, sind derzeit maximal sieben Transaktionen pro Sekunde möglich – ein immenser Unterschied, der die Nutzbarkeit der Technologie stark einschränkt. Zudem kann die Verarbeitung einer einzelnen Transaktion mehrere Minuten in Anspruch nehmen. Dies gilt nicht nur für Bitcoin. Auch komplexere Anwendungsfälle, die über intelligente Verträge – so genannte Smart Contracts – abgewickelt werden, sind kostenintensiv und langsam.

Dabei ist die Blockchain für genau solche Fälle gedacht: Jeder Nutzer kann etwas hochladen und darüber vertreiben, und jeder kann selbst Teil der Blockchain werden. Sie ist dezentral, neutral und sozusagen ideale Mischung aus Vermittler und Richter, aber sie ist eben auch langsam. Mit ihr kostengünstig und in Echtzeit zu interagieren – das ist die Vision von Sebastian Faust, Professor für Angewandte Kryptographie, und seines Teams. Die Herausforderung dabei ist, dass der Gewinn an Geschwindigkeit nicht auf Kosten der Sicherheit gehen darf. Die Forschungen sind Teil des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Sonderforschungsbereichs CROSSING.

Mehr dazu in der aktuellen hoch³ FORSCHEN 4/2018.

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